Boden ist eine ebenso wertvolle wie endliche Ressource. Tagtäglich gehen weltweit große Flächen durch Erosion, Versalzung, Verdichtung oder Versiegelung verloren – und damit auch vielfältige Funktionen, die der Boden erfüllt. Der Boden ist nur eine dünne Haut auf der Erdkruste, in der sich Gestein, Luft, Wasser und lebende Organismen gegenseitig durchdringen. Dieses hochkomplexe, dynamische Gebilde stellt die Grundlage für menschliches, tierisches und pflanzliches Leben dar. Zugleich reagiert es empfindlich auf Umwelteinflüsse. Gehen wir nicht sorgsam damit um, berauben wir uns unserer Lebensbasis – im wahrsten Sinne des Wortes.
Anlass des SommerSymposiums 2012 ist die Projektierung eines innovativen Bildungs- und Gestaltungs-
modells, das den Boden in seinem umfassenden Systemzusammenhang begreifbar und seine faszinierende Vielfalt und Schönheit erlebbar machen möchte. Ziel ist es, neue Wege der Bewusstseinsbildung zu beschreiten, verschiedenen Akteuren Ideen und Handlungsorientierung zu geben und zur Bewahrung der kostbaren Ressource Boden beizutragen. Das Konzept erweitert ökonomische, ökologische und soziale Aspekte eines nachhaltigen Umgangs mit dem «Lebewesen Boden» um die kulturell-ästhetische sowie die kulturökologische Dimension und thematisiert diese mit Blick auf die Entstehung individueller und gesellschaftlicher Werte.
Die Annäherung an den Boden als weitgehend verborgene Dimension des Lebens erfolgt aus unter-
schiedlichen wissenschaftlichen, pädagogischen und künstlerischen Perspektiven. In der Begegnung mit der sublimen Lebens- und Phänomenwelt Boden entsteht vertieftes Verständnis für den Empfindungs-, Erfahrungs- und Wertungszusammenhang des Menschen mit Natur und Kultur. In diesem Sinne versteht sich das SommerSymposium 2012 mit den Themenschwerpunkt «BodenLeben – Erfahrungsweg ins Innere der Erde» gleichsam als Vision und Realutopie einer Kultur der Nachhaltigkeit.
Die Besucher erwartet ein breit gefächertes Themenspektrum mit vielfältigen Vermittlungsformen wie Vortrag, Statement, Konzert, Performance, Gespräch und Live-Animation. Eine willkommene Ergänzung zum Symposium ist die sinnlich und interaktiv erfahrbare Ausstellung «Himmlische Düfte und Höllengestank» im Botanischen Garten München.


